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Gedanken zum Energiepark Alleenfeld

  • Carsten-Tim Vordermeier
  • 21. Jan.
  • 4 Min. Lesezeit

Am 1. Februar findet in den Sachsenheimer Ortschaften direkte Demokratie statt. Es kommt zu einem Bürgerentscheid, in dem abgestimmt wird, ob Sachsenheim eigene Grundstücke für Windkraftanlagen (Enercon 175) zur Verfügung stellt und ob eine Freiflächenphotovoltaikanlage mit Energiespeicher weiterhin geplant werden soll. Das Bürgerbegehren, welches nun zu diesem Bürgerentscheid führt, richtet sich gegen dementsprechende Beschlüsse des Gemeinderates in Sachsenheim.

Es wird beabsichtigt insgesamt vier Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von jeweils 262m und eine Freiflächen-PV Anlage in einer Größe von ca. 33 Hektar in das Gebiet „Alleenfeld“, ein Randgebiet des Naturparks Stromberg-Heuchelberg zu installieren. Für die Ausweisung des Vorranggebiets (LB-18) liegt eine politische und planerische Entscheidung des Regionalverbands Region Stuttgart zugrunde.

Das Alleenfeld (zur Vereinfachung nenne ich den gesamten Bereich des beabsichtigten Energieparks "Alleenfeld") ist kein einzelnes Feld, sondern eher eine Kulturlandschaft mit Agrar- und Wiesenflächen, Feldwegen, Baumreihen und Hecken mit starker Nähe zu Waldflächen und Berglinien und gehört wie gesagt zum Naturpark Stromberg-Heuchelberg. Es ist ein Landschaftsraum, der Offenheit und Ruhe vermittelt und eine stark ordnende Aufgabe hat. Zudem wirkt dieser Ort als Übergang und Vermittler zum Kirbachtal, zur Hohenhaslacher Höhe, zum Teufelsberg, zum Baiselsberg als höchste Erhebung des Naturparks sowie den angrenzenden Waldgebieten. Als landschaftlicher Übergang hat dieser Ort neben der stark ordnenden auch eine weitreichende verbindende Wirkung. Zudem wirkt er harmonisch und emotional beruhigend. Natürlich agiert dieser Ort als Lebens- und Schutzraum für eine Vielzahl an Tier- und Pflanzenarten. Durch den beabsichtigten Energiepark drängt sich auch seine ästhetische Wirkung für die gesamte Gegend auf.

Bis auf den landschaftsprägenden Charakter der Windkraftanlagen selbst, gibt es kaum sicht- und hörbare Gegenargumente zu dem beabsichtigten Energiepark, die man zu akzeptieren scheint. Im Gegenteil, den Argumenten besorgter Bürger wie Infraschall, Verschmutzung durch Abrieb, aufwendiger Rückbau, Windleistung, Beeinträchtigung als Erholungsgebiet, oder schlicht die Zerstörung der Kulturlandschaft durch Industrieanlagen usw. stellt man effiziente Flächennutzung, regionale Wertschöpfung und Biodiversität unterhalb der Freiflächen PV gegenüber und tut die Gegenargumente als veraltete Hypothesen ab. Man stellt dem Ort keine Fragen wie: Darf ich das? Wie können wir gemeinsam wirken? Was brauchst du und bist bereit zu geben? Nein, man stellt sich wie gehabt selbst die Frage: Wie kann ich am meisten aus der Maschine, dem Ort und der Landschaft herauspressen? Der NABU Sachsenheim folgt den NABU-Positionspapieren, stellt den Klimaschutz vor den klassischen Biotopschutz und nimmt für den Energiepark, trotz naheliegendem Wasser- und Vogelschutzgebiet und angrenzendem Natura 2000 Gebiet eine unterstützende Haltung ein.

Das Alleenfeld selbst würde, falls der Energiepark installiert wird, zu einem Industriegebiet reduziert. Vier Windkraftanlagen ca. 50 Meter höher als der Stuttgarter Fernsehturm machen es nicht leicht, sich das überhaupt bildlich vorzustellen. Noch ist unklar, welche weitreichende Versiegelung für den Transport, Wartung und Installation der Anlagen notwendig sein würde. Der Landschaftsraum würde seine Funktion als Ordner und Vermittler verlieren. Die beruhigende Wirkung würde durch den permanenten Rhythmus wegfallen. Die Prägung der Weite wird durch die Dominanz der Höhe ersetzt. --

Meine Wahrnehmung beruht auf meiner Arbeit als Geomant und Erdenhüter und meiner Erfahrung in der Begleitung von Orten, die sich durch äußere Eingriffe verändern. Ich bin nicht gegen Energiegewinnung und auch nicht gegen Energiequellen wie Wind und Sonne. Die Frage ist eher: Welche Art der Nutzung ist für welchen Ort angemessen? Ein Energiepark wie er hier beabsichtigt wird würde nicht nur den Ort, sondern auch den umliegenden Landschaftsraum grundlegend verändern. Mir geht es um die Verantwortung, zu unterscheiden welche Orte eine landschaftliche und tragende Funktion haben und welche, die für eine Energiegewinnung evtl. geeignet sind. Nicht jeder vermeintlich geeignete und dafür markierte Ort kann das. Meine Kritik richtet sich nicht gegen eine Energiewende, sondern dahin, dass ohne Maß und Gefühl tragende Landschaftsräume industriell vereinnahmt und übernutzt werden.

Nach meiner Erfahrung mit Windkraftanlagen mit ähnlicher Höhe (230 Meter), ziehen sich Tiere und Pflanzen weit zurück. Die Seele des Landschaftsraums verändert sich, igelt sich ein und wirkt flach. Dadurch wird der Aufenthalt an diesen Orten und ihrer Umgebung kürzer und ist meist ausschließlich am Zweck selbst gebunden. Der Bezug zum Landschaftsraum verliert für Bewohner und Besucher an Qualität, nicht nur weil die Landschaft zum Industriegebiet geworden ist, sondern weil die Verbindung unterbrochen ist und schlicht der Raum und die Tiefe nicht mehr gehalten werden kann. Die Lebenskräfte können sich nicht mehr wie gewohnt entfalten, was für den Landschaftsraum weniger Erholung, geringere Identifikation und mehr Konflikte bedeuten kann. Gerade das Alleenfeld in seiner Vermittlerfunktion zeigt sich für mich wie ein Verteilzentrum dieser Lebenskräfte in die anliegenden Höhen. Geomantische Phänomene wie kosmische Einstrahlpunkte, Leylines, Ein- und Ausatmungsorgane etc. verlieren ihre Intensität, wirken gestört und können ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen. Die Harmonie und Wonne durch die Beseelung der Naturwesen geht durch deren Rückzug verloren. An dieser Stelle könnte ich viele weitere Beispiele bringen.

Der Ort selbst hat mir, seit das Vorhaben bekannt ist, einige Aufgaben gegeben und mir dafür eine klare Zuständigkeit erteilt. So habe ich gemeinsam mit dem Ort das ein oder andere Portal geöffnet, mit Unterstützung von Kollegen ein Netz gespannt und mit Kosmogrammen und Symbolen gearbeitet. Teilweise bin ich recht verblüfft, was mir die Ortskräfte vermitteln und wie der Ort auf dieses Vorhaben reagiert. Der Ort nimmt mir ständig die Sorge, dass überhaupt etwas passieren wird. Er genießt die geballte Aufmerksamkeit und entschärft die Situation auf seine eigene witzige Art. In meiner Wahrnehmung reagiert der Ort nicht mit Rückzug, sondern damit, Kräfte zu sammeln. Tatsächlich hat der Ort innerhalb des letzten Jahres seine Lebenskräfte intensiviert. Als ob er sich auf etwas vorbereitet. Selbst jetzt im Winter bin ich überrascht, wie kräftig diese Gegend wirkt. Der Ort scheint zu vibrieren, als ob er im Wonnemonat Mai wäre. Vieles fühlt sich nach positivem Aufbruch an, als ob der Landschaftsraum die „Gefahr“ mit einem Schulterzucken ablegt und mir zeigen will, dass er selbst noch einige Überraschungen in Petto hat und wie kraftvoll er ist.

Der Umgang mit dem Alleenfeld zeigt, ob unsere Landschaft nur nach ihrer technischen Leistungsfähigkeit bewertet wird, oder als Raum der Ordnung schafft, verbindet und zusammenhält.




Quellen: NABU Positionspapier 231108 Bilder: Eigene Aufnahmen


 
 
 

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